Der Herbst ist da!

Mein Name ist Fabiana Schärer und ich bin seit 10 Jahren mit Dani verheiratet. Wir haben bald 7-jährige Zwillingsknaben, die uns ständig auf Trab halten und je länger je mehr auch auf dem Betrieb mithelfen können und wollen. Wir wohnen in Hörhausen auf dem thurgauischen Seerücken mit Sicht auf den Untersee. Im Jahr 2012 haben wir den Betrieb von Danis Eltern übernommen. Wir betreiben Milchwirtschaft mit 40 Holsteinkühen. Die Aufzucht haben wir aus Platzgründen auf zwei andere Betriebe ausgelagert. Nebst den Milchkühen haben wir 23ha Land und 2,5ha Wald, davon sind 5ha Mais, 1,5ha Zuckerrüben und 2 ha Gerste. Der Rest ist Kunst- und Naturwiese. Die Arbeiten erledigen wir alle samt mit familieneigenen Arbeitskräften bis auf wenige spezielle Lohnarbeiten wie die Mais- oder Zuckerrübenernten. Als Lohnarbeit betreiben wir im Futterbau seit vielen Jahren einen Mähservice in der Region mit einem Aebi Terra Trac 270. Zu den Arbeitskräften gehören die Betriebsleiterfamilie und die frisch pensionierten Eltern von Dani.

Wir werden ca. jeden Monat aus unserem Hofleben berichten und versuchen euch so einen Einblick in unseren Alltag zu geben.

Im Moment geniessen unsere Kühe noch die letzten Weidegänge in der Herbstsonne und schon bald ist Einstallen angesagt. Leider hat es bei uns auf dem Seerücken nun häufig geregnet, so dass es oberflächlich sehr nass und feucht geworden ist  und wir gezwungen worden sind, mit dem Weidegang aufzuhören, weil der Trittschaden durch unsere Herde an der Grasnarbe zu gross geworden ist. Es ist dieses Jahr ein etwas abruptes Ende, denn Futter wäre schon noch vorhanden gewesen. Die letzten paar Jahre hätten wir bei uns fast bis Weihnachten weiden können, da es kaum Niederschläge gab.

Im Winter können unsere Kühe dennoch an die frische Luft und zwar täglich in unserem Laufhof. Im Laufhof haben wir zwei elektrische Kratzbürsten, an denen sich unsere Kühe mit Genuss den Rücken bürsten lassen können. Diese zwei Bürsten sind praktisch im Dauereinsatz und werden sehr geschätzt. Das Tierwohl liegt uns am Herzen und wir tun alles, damit es unseren Kühen gut geht. Geht’s den Tieren gut, geht’s uns gut. Es gilt auch hier der Grundsatz: „Es ist ein Geben und Nehmen.“ Wenn sich die Kuh wohlfühlt und sie gesund ist, dann gibt sie viel Milch, wovon wir profitieren können. Geht es ihr hingegen schlecht, bringt sie keine Leistung in Form von Milch und wir haben dadurch weniger Einnahmen. Zudem braucht es im schlechtesten Fall auch noch den Tierarzt, was noch mehr Kosten verursacht. Aus all diesen Gründen ist das Wohl der Kuh die oberste Priorität. Happy Cow, happy Farmer. ;)

Der Sommer 2018 war bekanntlich sehr trocken und führte mancherorts zu drastischer Futterknappheit. Aus diesem Grund entschieden wir uns dieses Jahr, mehr Maisfläche anzubauen, um bei einer erneuten Trockenheit und dementsprechend kleinerem Ernteertrag auf Nummer sicher zu gehen. Im aktuellen Jahr hatten wir zum Glück immer mal wieder Niederschläge und unser Mais entwickelte sich zu unserer Freude prächtig. Widererwartet hatten wir sogar zu viel Mais und mussten einen Teil der Fläche stehen lassen, da unsere drei Hochsilos bereits voll waren.
Wir verarbeiten unseren Futtermais jeweils zu Silomais, sprich, er wird gehäckselt und in unsere Hochsilos geblasen. Dort gärt er unter Luftausschluss und nach 4 Wochen ist er fermentiert und zum Verzehr bereit. Wir haben eine Fräse, die uns die Entnahme massiv erleichtert und die Kühe lieben die Maissilage. Sie sind so gut konditioniert, dass sie auf der Weide den Weg in den Stall antreten, sobald sie die Fräse hören. Nebst den drei Hochsilos lagern wir die Maissilage auch in einigen Siloballen. Da wir dieses Jahr aber viel zu viel Mais hatten, entschieden wir uns, den restlichen Mais stehen zu lassen und zu einem späteren Zeitpunkt, wenn der Mais trocken, ja fast dürr ist, den Maiskolben zu dreschen. Hocherfreut dürfen wir nun zwei Wagen voll, an die UFA-Futtermühle zum Trocknen liefern. Diese Lieferung wird uns dann zum Kraftfutter, welches wir bei der UFA beziehen, gegengerechnet und somit haben wir weniger Ausgaben fürs Kraftfutter.

Im Oktober und November ist bei uns Zuckerrübenzeit, d.h. Zuckerrüben werden mit der Zuckerrübenvollerntemaschine bei hoffentlich trockenen Bedingungen aus dem Boden geholt und zu einem bestimmten Zeitpunkt durch die Rübenfahrgemeinschaft nach Frauenfeld in die Zuckerfabrik gefahren. Jeder Zuckerrübenproduzent fährt seine angegebene Futterfläche und die daraus resultierende Menge nach Frauenfeld. Das bedeutet, dass der Bauer nicht zwingend seine eigene Rüben in die Zuckerfabrik fährt, sondern am besagten Tag fahren alle beteiligten Bauern die zuvor abgemachte Tour von Rübenhaufen zu Rübenhaufen ab und führen diese an ihren Weiterverarbeitungsstätte.

Im nächsten Blog werde ich Einblicke in einen typischen Hoftag gewähren.

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