Feuchtstandorte

Rund um meinem Hof+ Garten sind einige Feuchtstandorte zu finden. Da liegt versteckt hinter Büschen und Stauden unser kleiner Teich. Im Kräutergarten plätschert Wasser aus einem hübschen Brunnenstock in ein altes Weinfass und Vogeltränken und Wassernapfe sind rund um meinen Natur- und Paradiesgarten zu finden.

Temporäre und ganzjährige Wasserstellen fördern die Vielfalt rund um unseren Hof, da verstecken sich Frösche, Molche, Kröten und Libellen in allen Farben und Grössen sind im Sommer Dauergäste bei uns, leider auch zur Freude unserer Katzen.

Eigentlich zählte ich mich nie zu Freunden offener Wasserstellen, einerseits war es mir stets zu gefährlich mit unseren kleinen Kindern und andererseits wollte ich auch das nächtliche Gequake der Frösche nicht. Zudem gehöre ich eindeutig zu den Wasserscheuen. Aber wie so oft im Leben, kommt es manchmal anders.

Als sich unser Sohn vor Jahren sehnlichst ein Biotop wünschte, liess ich mich erweichen und so kam es, dass er fast in Eigenregie ein hübsches kleines nasses Paradies baute. Allerdings war die Folie alsbald löchrig und so mussten wir oder besser gesagt unser Sohn mühsamerweise die ersten Renovationsarbeiten vornehmen. Beim Leeren des Biotopes zählten wir über hundert Molche, die vorübergehend in Kübeln ausharren mussten bis sie ihr neu geschaffenes Zuhause wieder beziehen durften. Unser Sohn grub gleich noch in die Tiefe und erweiterte auf alle Seiten. Bewusst haben wir diese verschiedenen Tiefen geschaffen, damit sich das Wasser im Sommer nicht zu stark erhitzen kann und die Tiere darin gut überwintern können.

Natürlich ist ein Teich nur sinnvoll, wenn Amphibien gefahrenfreien Zugang haben mit einer flachen Uferzone respektive Einstiegs- und Ausstieghilfen. Sinnvoll war der Bau dieses Teiches im Nachhinein auch, da wir gemeinsam ein Projekt mit allem was dazugehört wie Planen, Graben, Einkaufen, Pflanzen, Steine suchen …… umsetzen konnten und uns dieses Projekt noch heute verbindet und begeistert. Sobald ich Aussergewöhnliches entdecke oder die ersten Seerosen blühen, schicke ich unserem Sohn Fotos und gemeinsam erfreuen wir uns über alles, was kreucht und fleucht.

Jetzt, in den Frühjahrsferien, wäre eine gute Zeit, um ein solches Projekt vielleicht mit Ihrer Jungmannschaft zu starten. Lassen Sie deren Muskelkraft einsetzen und erfreuen Sie sich an gemeinsamer Arbeit, welche Sie noch lange begleiten wird.

Ausstiegshilfen aus offenen Wasserstellen sind zwingend, denn viele Insekten können sich sonst nicht selbständig daraus retten. In unserem Teich haben wir Steine aufeinandergeschichtet und dicke Äste und Baumstrünke als Ausstiegshilfen gewählt, es soll ja schliesslich noch hübsch aussehen, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Übrigens, auch im Brunnen, in den Vogeltränken und Napfen biete ich Ausstiegshilfen an.

Allerdings ist unser Teich auch ein beliebtes Jagdgebiet für die Ringelnattern wie leider auch für unsere Hauskatzen. Welche nächtlichen Besucher gönnen sich wohl einen Schluck Wasser oder vielleicht ein Mitternachtsbad ? Wenn ich dies nur wüsste …… meine nächste Anschaffung wird wohl eine Wildkamera sein …..

Je nachdem, welche Kultur rund um unseren Hof angepflanzt wird, besuchen uns Frösche oder eben nicht. Beim dichten Saatklee zum Beispiel hatte ich schlaflose Nächte …. dieses nächtliche Quaken brachte mich auf die Palme und um meinen Schlaf …. Und so kam es, dass ich diese Plagegeister kurzerhand in ein renaturiertes Kiesloch ganz in unserer Nähe umsiedelte. Heuer darf ich entspannt sein, denn Raps blüht rund um unseren Hof und darin verstecken sich tagsüber keine Frösche, denn die Kultur ist zu licht.

Unsere Vogelbäder werden regelmässig angeflogen und daher muss ich diese stets sauber halten. Meisen, Spatzen, Rotschwänzchen, sogar Raben und einige mehr, alle wollen sie baden oder trinken, einfach herrlich, wie sie herumspritzen und ihr Gefieder putzen, offensichtlich geniessen sie dieses Nass, sind aber stets auf der Hut.

Letztes Jahr, im trockenen Frühling, als die Rauchschwalben bereits wieder bei uns Einzug hielten, machte ich, wieder einmal mehr, eine erstaunliche Beobachtung. Während dem Giessen meiner Kübelpflanzen umschwärmten mich die Schwalben und dies so aussergewöhnlich nah, dass es mir als aufmerksame Beobachterin sofort auffiel. Immer wenn ich mit dem Schlauch meine Giesskanne am Auffüllen war, flogen sie so nah heran, als wollten sie mir eine Botschaft übermitteln, aber welche ? Was meinen Sie ? Und so kam es, dass ich ihnen Wasser, viel Wasser auf den Hofplatz fliessen liess und abwartete …. Tatsächlich, ihr intensives „Bitten“ habe ich verstanden, sie brauchten dringend Wasser. Und so füllte ich kurzerhand einen Kübel mit einem Wasser- und Mergelgemisch, stellte diesen auf einen Holzrugel direkt beim Pferdestall, wo sie immer nisten. Damit tat ich ihnen einen wertvollen Dienst, denn dieses natürliche Material benötigen sie für den Nestbau. Vogelbäder benutzen die Schwalben übrigens nicht, bei uns suchen sie Wasser am Boden und eben dieses Gemisch…..

Wie war ich erfreut und beruhigt darüber, dass ich dieses umschwärmende „Bitten“ der Schwalben ergründen konnte ….aber dies auch nur, weil ich achtsam bin. Die Schwalben ihrerseits bedankten sich mit einer munteren Schar an kleinen Vögelchen, die uns lange beglückten mit ihrem ganz besonderen Singsang …. Und nun sind sie wieder aus ihren Winterquartieren bei uns eingeflogen unsere Hofschwalben, und der Kübel mit dem begehrten Gemisch steht bereit ….. bereit, für die Instandstellung ihrer Nester …. bereit für das Wunder des neu entstehenden Lebens …..

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