Gülle – Wertvolles Gut für unsere Wiesen und Felder

Der Frühling ist da, die Wiesen und Felder beginnen zu grünen. Um den Boden mit Nährstoffen zu versorgen Güllen wir unsere Kunstwiesen und Weiden jeweils im Frühling und im Herbst. Unser Hof liegt auf fast 900 m.Ü.M. Ihr erfährt unter anderem in diesem Beitrag welche Techniken wir beim Gülleausbringen anwenden und welche Massnahmen wir treffen, um die Geruchsbelästigung der Nachbaren möglichst gering zu halten.

 

Ein geschlossener Kreislauf

Wir finden das Ausbringen der Gülle ein sehr anschauliches Bild dafür, auf was die Landwirte achten um ihren Boden gesund zu halten. Alles was in der Güllengrube lagert, wird dann über die Gülle wieder auf das Feld abgebeben. Auf dem Feld wächst das Gras für unsere Kühe. Unsere Kühe fressen das Gras als Dürrfutter oder als Silage. Die Energie aus dem Futter wird verstoffwechselt und das was übrig bleibt landet wieder als Exkremente in der Güllengrube. Die Milch der Kühe trinken ihre Kälber. Wenn alles was in den Körper des Tieres gelangt danach auch in die Gülle kommt, dann bilden auch da die Medikamente keine Ausnahme. Wenn glücklicherweise nicht oft, aber auch unsere Tiere sind einmal auf Medikamente angewiesen. Die Metaboliten der eingesetzten Arzneien werden wieder ausgeschieden und sind anschliessend in der Gülle wieder zu finden. Für uns eine Herausforderung die ständige Balance zwischen Reduktion von eingesetzten Arzneien und rechtzeitige Behandlung der Tiere zu finden.

Fruchtbarere Böden – die Grundlage für unseren Betrieb

Wir sind mit der Ausnahme vom Anbau einer ha Futtermais ein reiner Grünlandbetrieb. Das heisst alles was bei uns auf den Feldern wächst ist Futter für unsere Tiere. Um möglichst ertragsreiche Ernten an Gras zu haben ist das Management rund um die Nährstoffversorgung der Böden grundlegend. Ausganglage dafür ist eine Bodenprobe welche wir auswerten liessen. Sie gibt Aufschluss darüber, wie die Böden mit Nährstoffen versorgt sind. Denn nur ein gut versorgter Boden kann das Gras optimal wachsen lassen. Durch die Gülle gelangen vor allem Stickstoff, Phosphat, Magnesium und Kalium in den Boden. Zudem dienen die organischen Stoffe in der Gülle dem Humusaufbau des Bodens. Nur Güllen reicht nicht aus um den Boden vital zu halten. Damit der pH-Wert des Bodens nicht sauer wird, streuen wird wenn nötig Kalk. Falls die Nährstoffversorgung mit dem Güllen und ausbringen von Festmist nicht ausreicht, muss sie mit mineralischem Dünger aufgebessert werden. Neben der richtigen Versorgung des Bodens wirkt sich auch die Bearbeitung der Felder auf die Bodengesundheit aus. So arbeiten wir mit eher leichteren Maschinen um der Bodenverdichtung entgegen zu wirken. Befahren die Böden nur bei möglichst trockenen Bedingungen und versuchen möglichst grosse Flächen im Frühjahr zu überweiden um die Bestockung und das Grasnarbenwachstum anzuregen.

Geruchsbelästigung für die Nachbaren verringern

 

Nur schon mit einer gewissen Rücksichtnahme lässt sich viel ausrichten. Wo immer mögliche bringen wir die Gülle mit dem Schleppschlauch bodennah aus um den Ammoniakverlust und somit auch die Geruchsentwicklung möglichst klein zu halten. Wenn es wärmer wird so Güllen wir eher abends, denn ein allfälliges Tau in der Nacht bindet aufsteigendes Ammoniak und die kühleren Temperaturen wirken sich ebenfalls positiv auf die Emission aus. Aber eben, Gülle bleibt Gülle und riecht halt oder? Nicht ganz, wie stark die Jauche riecht ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Unteranderem wie das gut das Nährstoffmilieu in der Gülle ist. Um dies positiv zu beeinflussen, setzen wir einen Güllenzusatz ein. Er enthält Mineralstoffe und Spurenelementen welche die Fliessfähigkeit der Gülle verbessern und die Ammoniakemission reduzieren. Seit wir dieses Produkt anwenden, stinkt die Gülle beim Rühren, sowie beim Ausbringen deutlich weniger.

Ein Betrieb, verschiedene Topografien – Güllen ist nicht gleich Güllen

 

Bei uns auf dem Betrieb ist nur ein kleiner Teil der Fläche mit dem Traktor gut befahrbar. Wenn wir diese Wiesen Güllen, so geschieht dies geruchsarm ohne grosse Muskelkraft mit dem Schleppschlauchverteiler. Dank den vor Jahren verlegten Bodenleitungen, müssen wir von der Güllenpumpe bei der Güllengrube bis ins Feld keine Schläuche mehr über die Strassen legen. Für die Autofahrer weniger Hindernisse und für uns deutliche weniger Zeitaufwand.

Wird das Gelände etwas steiler oder stehen auf der Parzelle viele Bäume, so setzen wird den Werfer ein. Damit hier die Ammoniakemission und die dadurch entstehenden Gerüche vermindert werden, Güllen wir bei eher kühlerem und wolkigem Wetter. Unsere bewirtschafteten Flächen liegen in den Bergzonen 1 und 2. So gibt es auch Weiden mit Gülle zu versorgen, in denen es unmöglich ist mit dem Traktor zu fahren. Hier gibt es nur eine Möglichkeit. Gülleschlauch auf die Schulter und ein zweiter Mann welcher hilft den schweren Schlauch durch die Weiden zu ziehen. Gülle marsch! Mit allen erdenklichen Eventualitäten von Comicartigen Geschehnissen…und ja, alles schon passiert. Berufsrisiko!

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