Kletterpflanzen

Nachzuschlagen im Hof+ Leitfaden: «Eine begrünte Fassade ist ästhetisch und bietet vielen Insekten und Vögeln Futter und ideale Brutplätze. So tummeln sich an einem Spätsommertag Hunderte von Bienen, Hummeln und Schwebfliegen an einer blühenden Efeu-Fassade».

 

Hedera Helix, Humulus Lupulus, Jelängerjelieber, Jungfernrebe …… das sind die Kletterpflanzen, die ich Ihnen näher vorstelle, natürlich gibt es noch viele weitere mehr, aber ich beschränke mich auf diese vier.

Wie im Leitfaden beschrieben, blüht mein Efeu, allerdings nicht an einer kompletten Fassade hochrankend sondern nur am Gartenhaus, und er wird tatsächlich besucht von vielen verschiedenen Insekten. Was für eine Freude, kann ich hiermit doch einen wichtigen Beitrag leisten.

Im September beginnt der Gewöhnliche Efeu oder Hedera helix zu blühen und verströmt einen honigartigen Duft. Kaum ein Insekt kann sich diesem Duft fernhalten und entsprechend summt es in seiner Nähe. Von Januar bis April freuen sich zudem verschiedene Vögel wie Amseln, Rotkehlchen, Stare usw. an den dunkelblauen Efeubeeren.

Efeu blüht erst ab etwa dem 7. Lebensjahr. Leider wird er vielerorts vor der Blüte geschnitten wohl in der Annahme, dass er gar nicht blüht. Die Pflanze ist anspruchslos und kann irgendwann im Jahr geschnitten werden. Durch die späte Blüte ist der Efeu im Herbst eine sehr wichtige Nahrungsquelle für eine grosse Anzahl verschiedener Insektenarten.

Viele Wanzen, Schweb- und andere Fliegen, Bienen und verschiedene Wespen besuchen den Efeu. Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge sind regelmässig zu Besuch. Auch die hübsch aussehenden Rosenkäfer konnte ich schon auf den Blüten entdecken.

An einem unserer alten Tannenbäume habe ich vor zwei Jahren einen Efeu gepflanzt in der Hoffnung, dass er ein Emporkömmling wird und tatsächlich ist er heuer bei diesem doch sehr nassen Jahr endlich angewachsen und wird wohl seinen Weg in luftige Höhen zielstrebig finden …. Bis er allerdings blüht, muss ich mich wohl noch Jahre gedulden …..

Eine weitere empfehlenswerte Kletterpflanze ist der Humulus Lupulus oder der Hopfen. Besonders für die Raupen von Schmetterlingen ist die Kletterpflanze eine wichtige Futterpflanze. Auch viele Kleininsekten und zahlreiche Spinnen suchen hier ihren Platz, was wiederum für Vögel sehr attraktiv ist für die Nahrungssuche, vor allem in den Wintermonaten.

Hopfen ist eine alte Kulturpflanze, die bereits seit mehr als 1000 Jahren angepflanzt wird. Er treibt jährlich aus mit nicht verholzenden bis zu 8 Meter langen rauen Trieben und ist daher perfekt für Begrünungen. Bei mir wachsen Hopfen an zwei abgestorbenen Bäumen (Totholz ist wichtig) empor sowie am Gartenhaus. Im Winter sterben die Triebe ab, aber ich lasse diese bewusst stehen, damit die überwinternden Insekten darin nicht gestört werden. Erst, wenn die neuen frischen Triebe im Frühjahr wieder aus dem Boden spriessen reisse ich die letztjährigen ineinander verschlungenen Triebe heraus. Übrigens, aus den frischen Trieben lassen sich lukullische Leckerbissen zaubern, denn Hopfen ist ein Ersatz für Spargel. Auch lassen sich hübsche Dekorationen mit den langen Trieben voller Zäpfchen herstellen und die Zäpfchen selbst mische ich in Teemischungen.

Eine weitere empfehlenswerte Kletterpflanze ist das Echte Geissblatt, auch Gartengeissblatt, wohlriechendes Geissblatt oder Jelängerjelieber genannt. Das Geissblatt gilt als guter Rosenbegleiter, ist stark wachsend und benötigt eine Kletterhilfe. Es blüht von Mai bis Juli mit gelb-weissen, wohlriechenden Blüten und im Herbst verwöhnt es uns mit roten, erbsengrossen Beeren, welche beliebte Vogelnahrung sind. Bei mir habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Geissblatt doch ziemlich viel Wasser benötigt und daher muss ich es diesen Herbst verpflanzen, denn es kümmert bescheiden vor sich hin … und das kommt doch eher selten vor in meinem Natur- und Paradiesgarten.

Zu guter Letzt ist die Wilde Rebe, der Wilde Wein oder die Jungfernrebe noch zu erwähnen.

Die Wilde Rebe dient nicht zur Gewinnung von Trauben, sondern wird in erster Linie als Zierpflanze kultiviert. Diese Kletterpflanze ist sehr starkwüchsig und berankt innerhalb kurzer Zeit ganze Mauern, Hauswände und Pergolen. Im Herbst bildet die Pflanze kleine, runde Beeren aus, die für uns Menschen giftig, aber für Vögel und auch Wespen begehrte Nahrung sind.

Wenn die Wilde Rebe im Juni und Juli ihre Blüten zeigt, beginnt die Zeit der Bienen. Die fleissigen Nektarsammlerinnen fliegen diese Kletterpflanze gerne und häufig an. Dasselbe gilt für zahlreiche andere Insekten, die sich ebenfalls am Blütennektar sowie an den Früchten der Pflanze gütlich tun, etwa Schwebfliegen. Ganz anders sieht es dagegen mit Wespen aus, die etwa ab Ende August Anfang September den Wilden Wein ebenfalls vermehrt anfliegen. Die Stechinsekten haben es auf die Fruchtansätze und Früchte abgesehen. Daher ist es vielleicht ratsam die Wilde Rebe möglichst nicht in die Nähe häufig frequentierter Gartenbereiche zu pflanzen. Die Herbstfärbung ist sensationell, tiefrot werden die Blätter und geben ein prachtvolles Bild ab. Sobald die Blätter heruntergefallen sind, verwende ich die meterlangen Triebe, um Kränze, Herzen und dergleichen zu formen.

Sofern Sie noch keine Kletterpflanzen in Ihrem Garten angepflanzt haben, jetzt ist die richtige Zeit dafür um Hedera Helix, Humulus Lupulus, Jelängerjelieber, Jungfernrebe und viele weitere mehr zu pflanzen, nur beim Kauf sollte darauf achtgegeben werden, dass sie nützlich sind ….

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