Schneckenplage … verlorene Artenvielfalt?

Erinnern Sie sich an diese Lieder aus Ihrer Kinderzeit ? „Rege Rege Tröpfli, es regnet uf mis Chöpfli“ …. und „chrücht es Schneggli, chrücht es Schneggli….“

 

An diese Lieder werde ich zur Zeit fast täglich erinnert, wenn ich mich in meinem Natur- und Paradiesgarten aufhalte, vor allem das Lied mit den „Schneggli“. Nun kreuchen und fleuchen sie wieder … die zahlreichen Schnecken, klein und gross, mit und ohne Haus …. Langsam aber sicher frage ich mich, ob ich vielleicht von einer Schneckeninvasion heimgesucht werde ? So viel Nass in den letzten Wochen, was natürlich die Schnecken besonders lieben. Es wäre ja so einfach, mit Schneckenkörnern etwas nachzuhelfen, und schon wären sie verschwunden, diese vermeintlichen Plagegeister, die mein Gemüse anknabbern und manche Sämereien nur für sehr kurze Zeit aus dem Boden spriessen lassen. Wenn ich tatsächlich Schneckenkörner streuen würde, was täte dann wohl aus den natürlichen Feinden der Schnecken passieren ? Würde das Gleichgewicht in meinem Garten dadurch empfindlich gestört werden ?

Es gibt eine stattliche Anzahl von Massnahmen, um die natürlichen Feinde der Schnecken in den eigenen Garten zu locken.

Aber wer sind denn überhaupt diese Schneckenfresser ? Da lohnt es sich tatsächlich, sich mit diesem Thema etwas genauer auseinander zu setzen.

Da gibt es Insekten, die Schnecken fressen, wie z.B. der Laufkäfer, der Weich- und Aaskäfer, die Larven der Leuchtkäfer, die Hornfliege, den Weberknecht und den Tausendfüsser.

Unter den Amphibien und Reptilien sind es die Kröten, besonders die Erdkröten, die Blindschleichen und Eidechsen, die Frösche und Schlangen, die Molche und Salamander.

Auch bei den Kleintieren wie dem Igel, der Spitzmaus und dem Maulwurf sind die Schnecken auf deren Speiseplan zu finden.

Die Vögel fressen, wer hätte dies gedacht, ebenfalls Schnecken, nämlich die Amsel und Drossel, die Krähe und Rabe sowie die Elster.

Dann gibt es tatsächlich noch Schnecken, die gar ihre Artgenossen oder deren Eier fressen, z.B. die Weinbergschnecke.

All diese aufgeführten Tiere sind Räuber und zuoberst auf ihrem Speiseplan stehen die Insekten. Diese Räuber leiden aber auch gleichzeitig unter dem Insektensterben, welches wohl immer grössere Ausmasse annimmt. Und daher ist es äusserst wichtig, dem entgegenzuwirken, und wir alle können einen Beitrag leisten und am Besten beginnen wir bei uns im eigenen Garten. Schaffen wir doch ein kleines Paradies für bedrohte Insekten und Tierarten. Dieser Artenschutz hilft nicht nur den bedrohten Tierarten sondern auch uns Gärtnern. Denn eine hohe Artenvielfalt verhindert auch das ungehinderte Ausbreiten von Schädlingen. Versuchen Sie es selbst, die Schneckenplage in Schach zu halten, indem Sie gezielt die Schneckenfresser in Ihrem eigenen Garten fördern und auch zulassen, versuchen Sie, diese wieder anzusiedeln.

Aber was genau kann ich denn tun, um dieses Artenreichtum in meinem eigenen Garten zu fördern ?

Viel kann ich tun, indem ich z.B. möglichst einheimische Pflanzen und Gehölze anbiete, anstelle von Exotischem Gewächs. Ich kann wilde Ecken anlegen, Steinhaufen und Totholz anbieten, Komposthaufen stehenlassen, ich kann die nächtliche Beleuchtung auf ein absolutes Minimum reduzieren oder sogar ganz darauf verzichten, ich kann im Herbst meine Beete nicht aufräumen und die Pflanzenstängel stehen lassen und meinen Garten erst im späten Frühjahr aufräumen, ich kann den Rasen möglichst schonend mähen, ich kann, sofern Platz vorhanden ist, einen kleinen Weiher, also ein Feuchtgebiet anlegen, und ich kann auf Pestizide im eigenen Garten verzichten.

Und wenn ich all das, oder vielleicht nur einen grösseren Teil davon schaffe, wieder mehr Insekten und Vögel, Amphibien und Kleintiere in meinem Garten anzusiedeln, diese auch zuzulassen, als Gäste willkommen zu heissen, dann ist auch die Gefahr um einiges kleiner, von einer Schneckenplage heimgesucht zu werden und von Schädlingsplagen im Allgemeinen.

„Rege Rege Tröpfli“ und „chrücht es Schneggli“ …. Nein, ich habe keine Schneckeninvasion in meinem Garten, beim Regenwetter stechen sie mir tagsüber einfach mehr ins Auge ….. und zudem weiss ich, dass Kröten, Ringelnattern, Molche, zahlreiche Insekten, Igel und Spitzmaus sowie Amsel, Drossel und Krähen stets um unseren Hof anzutreffen sind auf der Suche nach feinen Leckereien.

Einmal mehr kann ich nur den Leitfaden des IP-Suisse Hof+ Moduls empfehlen. Darin finden Sie alle notwendigen Massnahmen zur Umsetzung , um aus Ihrem Garten ein Naturparadies zu schaffen.

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