Spinnen im Garten

«Spinnen», davon gibt es viele Bedeutungen wie: «Aus etwas Fäden herstellen, verrückte Ideen haben, in einer Anstalt etwas verbüssen, die Katze spinnt etc.»

Sicher kennen Sie auch die Redewendungen wie „am seidenen Faden hängen“, was soviel bedeutet wie es droht Gefahr, es hängt bildlich gesprochen alles an einem dünnen Faden, der jederzeit zu reissen droht. Oder „in’s Netz gehen“, was soviel bedeutet wie jemanden hereinlegen, jemandem eine Falle stellen, gefangen genommen werden, überlistet/überführt werden.

Aber dieses Spinnen und diese Redewendungen sind natürlich nicht mit meinen Spinnen im Garten gemeint.

Von den über 900 einheimischen Arten von Spinnen, die genaue Zahl ist nicht bekannt, geht keine wirkliche Gefahr für uns Menschen aus. Fachleute meinen, dass nur die Bisse von 20 bis 30 Arten aller Spinnen in der Schweiz Symptome wie Schmerz oder Juckreiz verursachen können. Nur bei grösseren Exemplaren sind nämlich die Kieferzangen lang genug, um die menschliche Haut durchdringen zu können. Spinnen beissen den Menschen zudem nur, wenn sie sich bedroht fühlen und nicht fliehen können. Die gewöhnlichen Spinnen lähmen oder töten ihre Beutetiere, meist Insekten, durch einen Biss mit ihren Kieferklauen. Dabei wird ein Gift abgesondert, das je nach Spinnenart unterschiedlich stark ist. Spinnen allgemein haben eine wichtige Bedeutung bei der Limitierung der Populationsdichte der Insekten (Schädlinge und Nützlinge). Ihre Netze sind wahre Kunstwerke allesamt aus Eiweiss Produkten. Die Festigkeit ist wie Glas und die Elastizität wie Nylon. Die Elastizität ist wichtig, denn sie sollen auch grosse Insekten wie Schmetterlinge abfangen können ohne zu zerreissen.

In meinem Hof+ Garten spinnen verschiedene Arten ihre Netze. Ich habe perfekte Lebensräume geschaffen. Die meisten Spinnen kenne ich nicht, einige aber schon. Eine der attraktivsten ist die Zebra- oder Wespenspinne. In der Natur ist es ja meistens so, dass die Männchen die Schöneren sind, nicht aber bei der Wespenspinne.

In einem optimalen Lebensraum kommen diese Wespenspinnen in grosser Anzahl vor, wie bei mir. Hauptbeutetiere sind Heuschrecken und Insekten. Sie lieben wärmebegünstigte Standorte mit einer strukturreichen Vegetation. Der Lebensraum darf wenig gestört werden, damit die Netze nicht vernichtet werden, diese werden in Bodennähe errichtet.

Mit bis zu 2 cm Körperlänge (Weibchen) und ihren wunderbaren Netzen gehören sie zu den wenigen, die überhaupt wahrgenommen werden, ausser man respektive Frau gehört zu den achtsamen Geschöpfen. Diese Spinnen legen ihre Eier in Kokons ab. Von unten wird ein gelblicher Eiballen mit vielen Eiern in die Kokons gedrückt. Dann wird weiche Spinnseide um die Eier gesponnen. Sie kann mehrere dieser Kokons in der Vegetation produzieren. Sie hängt diese rund um das Netz auf und bewacht diese noch einige Zeit. Später wird der getarnte Kokon sich selbst überlassen. Die Jungspinnen schlüpfen erst im nächsten Frühjahr aus, wenn das Muttertier schon lange gestorben ist.

Dann ist da noch die wunderschöne Kreuzspinne. Ihren Namen haben Kreuzspinnen von dem charakteristischen Kreuz auf dem vorderen Hinterleib, welches bei der Gartenkreuzspinne aus fünf Flecken (vier länglichen und einem kreisförmigen in der Mitte) und bei der Vierfleckkreuzspinne aus vier Flecken besteht. Die Gartenkreuzspinne ist eine der häufigsten Spinnen in der Schweiz. Sie ist in der freien Natur beinahe überall zu finden – ob in Gärten, wie in meinem Natur- und Paradiesgarten, Wiesen oder Wäldern.

Und wenn ich sehr genau hinschaue, spüre ich sogar die Krabbenspinnen auf.

Zum Beutefang hält sie sich auf Blüten auf, denn sie ist Lauerjäger und baut keine Fangnetze. Sie ist in der Lage, die Körperfarbe an die jeweilige Blütenfarbe anzupassen. Allerdings sind zu diesem Farbwechsel nur adulte Weibchen befähigt. Bei mir entdecke ich sie gerne auf der Flammenblume und auf der Duftrose, ich muss allerdings sehr genau hinschauen, damit ich sie überhaupt ausfindig machen kann. Die Beute besteht aus blütenbesuchenden Insekten aller Art, wie zum Beispiel der Schwebefliegen, Bienen, Wespen, Schmetterlinge oder kleinere Käfer. Diese sind oft um ein Mehrfaches größer als die Spinne selbst. Diese ergreift ihre Beute blitzschnell mit den beiden kräftigen und stark vergrößerten Vorderbeinpaaren und tötet sie meist durch einen sehr schnell wirkenden Biss in den Hinterhals.

Gezielt im eigenen Garten auf Spinnensuche zu gehen ist sehr spannend und faszinierend, obwohl mir natürlich Schmetterlinge und Co. mehr als Leid tun, wenn sie zappelnd in Spinnnetzen hängen …. Aber das ist mein Hof+ Garten, gelebte Natur. Auch in den oberen Fenster- und Türecken spinnen sie ihre Kunstwerke und das bekommt auch mein Mann zu spüren. Er ist um einiges grösser als ich und daher ist er oftmals der erste, dem Spinnnetze um sein Haupt hängen …. und das wiederum mag er gar nicht  ….. nicht dass er gleich «spinnen» würde aber eben, toll findet er dies auch nicht …..

Also, nichts wie los auf die Spinnensuche rund um Ihr Heim und seien Sie vorsichtig und achtsam, dass Sie der Spinne nicht «in’s Netz gehen», nicht dass plötzlich alles nur noch am «seidenen Faden hängt»……

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