Strukturelemente

….. und noch ein Tipp: Beim Zurückschneiden Ihrer Büsche und auch Bäume, behalten Sie unbedingt dieses wertvolle Material …….. dies habe ich im letzten Blog geschrieben. Und, häufen sich die Äste nun in Ihrem Garten ?

Bei mir stapeln sich diese Äste, dicke, dünne, lange, alles kann ich wieder gut gebrauchen. Diese schichte ich nun zu Haufen auf, werte ältere etwas zusammen gefallenere wieder damit auf und kombiniere diese teilweise auch mit Steinhaufen. Dasselbe setze ich um mit Wurzelstöcken, denn ein Teil unserer Christbaumplantage wird komplett neu bepflanzt und da habe ich nun alle alten Wurzelstöcke gesammelt, die während der Bodenbearbeitung zum Vorschein kamen. Es war zwar eine etwas mühsame Arbeit, aber es lohnte sich alleweil, denn mein Mann hätte diese sonst weggeführt.

Dasselbe mache ich übrigens auch mit Steinen. Einen Grundstock davon suchte ich selber in einem alten Steinbruch und schleppte diese dann nach Hause, weitere hat mir mein Mann aus einem unserer Äcker, in dem regelmässig Steine beim Bearbeiten zum Vorschein kommen, mit nach Hause gebracht. Freude herrscht, er hat schon viel dazu gelernt.

Ja, und warum und wofür nehme ich mir die Zeit für all das ? Ganz einfach, für die Förderung der Artenvielfalt in meinem Hof+ Garten, in meinem Natur- und Paradiesgarten. Ich schaffe bewusst verschiedene Lebensräume, welche vielen Tierarten den nötigen Unterschlupf bieten. Reptilien zum Beispiel können ihre Körpertemperatur nicht selber regulieren und benötigen daher Stein- und Asthaufen um sich sonnen und aufwärmen zu können. Und genau diese Ast- und Steinhaufen bieten beste Verstecke für weitere Kleintiere und natürlich Orte um gefahrenfrei zu überwintern. Zu beachten ist, dass solche Ast- und Steinhaufen nicht zu weit auseinander liegen, damit sich die Kleintiere gefahrenlos von einem Versteck zum anderen bewegen können. Und ebenfalls zu beachten ist, dass diese Strukturelemente an sonnigen wie auch schattigen Standorten sind, denn Reptilien zum Beispiel lieben die Sonne, Amphibien den Schatten.

Da ich schon länger mit diesen Strukturelementen arbeite und mir diese Lebensräume rund um unseren Hof sehr wichtig sind, entdecke ich auch immer wieder Erstaunliches, Lustiges, Unglaubliches. Nicht dass ich stundenlang auf Beobachtungsposition verharre, nein, es sind eher zufällige Beobachtungen. Ich bewege mich stets achtsam und schaue bewusst wo ich hintrete, höre auf verschiedene Geräusche, achte auf Bewegungen, auch unsere Hofkatzen sind oftmals Anzeiger für Spannendes.

Und so kam es, dass ich letzten Spätsommer, als ich spätnachts nach Hause kam, vor unserem Hauseingang etwas bemerkte. Stets habe ich einen gefüllten Wassernapf neben der Haustüre und es war mir schon längere Zeit aufgefallen, dass dieser immer verschmutzt ist, ich verwunderte mich stets darüber. Und nun entdeckte ich doch tatsächlich eine Kröte am Wellnessen ….. das ist einfach nur schön und das Geheimnis um den stets verschmutzten Wassernapf wurde damit gelüftet ….

Ein anderes spannendes Erlebnis – allerdings nur für mich – war doch erstaunlich. Dass wir immer wieder kleine ca. 50 cm lange völlig harmlose und ungiftige Ringelnattern rund um unser Biotop antreffen, ist nichts neues mehr. Ich konnte diese schon auf der Jagd nach Molchen beobachten, der Anzeiger dafür war die Katze, welche bewegungslos am Rand des Biotops verharrte. Das ging so schnell zu und her im Wasser, hinauf und hinab, kreuz und quer, unser Biotop ist ja nicht gerade riesig, der Molch hatte keine Chance.

Aber eben, dann kam das überraschend Unglaubliche: Mein Mann wollte nach dem Mittagessen wieder seiner Arbeit nachgehen. Im Sommer lässt er stets seine Schuhe vor der Tür zum Auslüften. Er setzt sich dann auf unsere bald 28-jährige Hochzeitsbank, um diese wieder anzuziehen. Plötzlich rief er doch sehr laut und beunruhigt nach mir und das verheisst meistens nichts Gutes ….. kennen Sie das vielleicht auch ??? Als ich auf dem Gartenweg Richtung Hofplatz schritt, staunte ich nicht schlecht …. Von meinem Mann sah ich nur sein Haupt. Er war nicht draussen, sondern er schaute aus dem Fenster gleich neben der Tür. „Schau doch mal unter die Bank“ …… „Ja, es wird wohl ein grösserer Vogel sein“…… aber ehrlich gesagt, auch ich erschrak etwas …. eine Schlange, eine Riesenschlange ….. Mein Mann musste mir sofort das Handy und einen Meter holen. Und so stand ich auf unserer Bank und fotografierte und nahm Mass ….. Eine Ringelnatter, mit einer Länge von sage und schreibe 1.50 Meter, das ist ein selten langes Exemplar. „Schau, dass diese wieder verschwindet“ ….tönt es aus dem Fenster …. „na wie denn“ ??? Ich holte den Besen und wollte mal schauen, wie sie auf das kitzeln reagiert. Sofort rollte sie sich zusammen, fauchend und züngelnd. Ich kitzelte sie weiter, denn ich wollte unbedingt herausfinden, wohin sie flüchtet. Ich hätte niemals gedacht, dass sich Schlangen so rasch und lautlos fortbewegen können, sie verschwand blitzschnell um die Hausecke direkt in die Scheune unter unser Brennholz, welches auf Holzpaletten steht. Ihr Kopf war übrigens voller Spinnnetzen, darum wohl. Und seither habe ich sie nicht mehr gesichtet ….. Ja, solche Erlebnisse fahren schon etwas ein und sind aussergewöhnlich. Ob es ihr bei uns gefällt, frage ich mich, oder war sie nur auf Durchreise, war auch sie am Wassernapf wie die Kröte ? Einige Zeit schloss ich tagsüber dann vorsichtshalber die Türe in der bodenerdigen Waschküche, und liess nur noch das Fenster offen. Denn die Vorstellung, diese Schlange könnte sich in der Wäschezaine verkriechen ……. Oh Schreck.

Zurück zu den Strukturelementen: Da ich stets und bewusst nebst dem geschlossenen auch einen offenen und recht eindrücklichen Komposthaufen mit allerlei Ästen und Gartenabfällen aufschichte, könnte es ja sein, dass sich unsere Schlangen genau in diesem Komposthaufen, der viel Wärme abgibt, wohlfühlen, Eier ablegen und überwintern. Auch dort, zuoberst auf dem Haufen, sind unsere Hofkatzen immer wieder anzutreffen, warum wohl ?

Ja, mein Hof+ Garten lebt auf eindrückliche Weise und wir alle, die wir einen Garten hegen und pflegen, können so vieles bewirken. Beginnen auch Sie damit und schichten Sie Ihr Schnittmaterial, Steine, Wurzeln, alte Ziegel – der Kreativität sind ja keine Grenzen gesetzt – auf und schaffen damit wichtige Lebensräume. Ich wünsche Ihnen dabei viel Freude.

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