Hof+ Modul: Vielfältiger Bauerngarten – Spätherbst

„Ein traditioneller Bauerngarten vereint Nutz- und Zierpflanzen und besteht aus verschiedenen Elementen. In voneinander abgetrennten Beeten werden Gemüse, Kräuter und Blumen angebaut. Traditionell sind die Beete mit Buchsbaum umfasst und die Wege bestehen aus natürlichem Material“. Dieser Text ist zu entnehmen im Leitfaden zur Umsetzung der Massnahmen vom Hof+ Modul der IP-Suisse und der Vogelwarte Sempach, ein hervorragender Leitfaden übrigens.

Mein Bauerngarten sieht genauso aus, nur ohne den Buchsbaum, von diesem habe ich mich schweren Herzens vor ein paar Jahren getrennt, da ich dem Buchsbaumzünsler nicht mehr Meisterin wurde und ich diesen natürlich nicht chemisch behandeln wollte.

Noch immer blüht allerlei rund um unser wirklich grosses Hofgelände und in meinem Garten. Diesen nenne ich übrigens schon seit Jahren Natur- und Paradiesgarten. Mütterchen Frost hat ihn bis jetzt verschont. Noch immer sind verschiedene Insekten anzutreffen, Bienen aller Art, Hummeln, Wespen, einzelne Schmetterlinge, Käfer. Noch immer sind Spuren vom Igel zu entdecken, einerseits seine Hinterlassenschaften und andererseits der durchlöcherte Halbrasen, den er nun mit seinem hervorragenden Riechorgan nach Wiesenengerlingen absucht.

Viel Arbeit im Herbst habe ich mit meinem Garten nicht wirklich, denn ich lasse das meiste über den Winter so stehen wie es ist. Damit habe ich die Gewähr, dass ich im Frühjahr wieder genügend Nützlinge in meinem Garten antreffe. Sicher, auch Schädlinge überwintern natürlich gerne in meinem Garten, aber eben, die Nützlinge kommen automatisch, wenn man resp. Frau diese Schädlinge zulässt, auch diese gehören in den Kreislauf der Natur. Die langen markhaltigen Stengel z.B. vom Gewürzfenchel, von der Königskerze, von der Stockrose, darin können verschiedene Insekten perfekt überwintern. Wenn ich bewusst hinschaue, entdecke ich in meinem strukturreichen Garten nun viele Kokons vor allem der Zebraspinnen (mehr darüber dann im nächsten Blog). Würde ich jetzt im Herbst aus diesen Strukturen einen Bürstenschnitt stutzen, würde ich vieles zerstören. Und dieses Bild zeigt sich mir leider oftmals in fremden Gärten, denn ich schaue gerne über den Gartenhag. Aufwändig geschaffene Lebensräume über den Sommer werden nun wieder durch uns Menschen zerstört und der Zyklus wird unterbrochen.

Die vermeintlich perfekt aufgeräumten, teils überdüngten und gespritzten, exotisch nutzlos anmutenden, steinwüstenähnlichen, robotermähenden Gärten sind wohl keine lebendigen Gärten …. ein Graus für die Biodiversität, ein Graus für mich.

Darum gehe ich schon seit Jahren mit einem guten Beispiel voran und werde nicht müde, interessierte Leute und Schulklassen durch meinen Natur- und Paradiesgarten zu führen. Vieles an Erfahrungen, Erlebnissen, Beobachtungen kann ich so weitergeben. Und das mache ich mit einer grossen Begeisterung. Mein Garten rund um das Gehöft mit all den verschiedenen Lebensräumen gehört nicht nur mir alleine, nein, diesen teile ich bewusst mit all dem was kreucht und fleucht. Nur so ist es für mich ein lebendiger, vielfältiger Bauerngarten, eben ein Natur- und Paradiesgarten.

Und was zusätzlich noch viel Freude bereitet ist, dass ich mit Einfallsreichtum arbeiten kann. Ich habe zum Beispiel bewusst die vier Elemente ….. kennen Sie diese? (Feuer, Wasser, Erde, Wind), die vier Jahreszeiten und die vier Himmelsrichtungen eingebaut. Mein Garten ist ein Ort, der mir die Möglichkeit gibt, die Kraft der Elemente zu spüren und mit ihnen zu spielen.

Mein separat eingezäunter Kräutergarten mit 130 Sorten essbaren Blumen und Kräutern habe ich bewusst nach den Ursprüngen vom alten Persien angelegt, denn der orientalische Garten verkörpert unsere menschlichen Vorstellungen vom Paradies. Das Wasser, die Farben der Blüten, der Duft der Kräuter und die Aromen der (Paradies)Früchte, diese vier „Zutaten“ vereinen sich zu einem Ort der vollkommenen Zufriedenheit und des Glücks. Und so ist für mich tatsächlich ein kleines eigenes Paradies entstanden und ich hoffe doch sehr, dass auch Sie in Ihrem Garten, einen solchen Ort geschaffen haben oder vielleicht noch schaffen werden …….. die „Zutaten“ dazu haben Sie nun …. viel Freude.

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