Waldbewirtschaftung – Borkenkäferbefall und Holzmarkt

Zu unserem Hof gehören nebst knapp 19 ha Landwirtschaftliche Nutzfläche auch 4.5 ha Wald. Ich arbeite gerne ab und zu im Wald, es ist eine schöne Abwechslung. Ein Vorteil der Waldarbeit ist, dass es nicht so drauf an kommt wann man sie erledigt. Wenn nicht heute dann morgen oder auch erst in einem halben Jahr. Es gibt aber auch hier gewisse Arbeiten die man nicht ewig aufschieben kann. So auch die Ernte von Fichten die mit dem Borkenkäfer befallen sind. Naturschutz.ch schrieb «Im Jahr 2019 wurde der zweithöchste je registrierte Buchdruckerbefall in der Schweiz gemessen. Die Gruppe Waldschutz Schweiz an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) führt die massive Zunahme des Borkenkäfers auf die hohen Temperaturen im vergangenen Sommer und auf die extreme Trockenheit des Sommers 2018 zurück.» Nach einem mässigen Befall im Jahr 2019 in meinem Wald hatten wir im Jahr 2020 einen grossen Schaden von 150 bis 200 m3 Schadholz.

Idealerweise würde man die befallenen Fichten im Sommer ernten wenn die Borkenkäfer-Larven noch unter der Rinde leben. Dann sollte man das Holz sofort abtransportieren und entrinden um die Weiterverbreitung des Käfers zu bremsen. Die erwachsenen Käfer bohren sich sonst aus der Rinde, fliegen aus und befallen umliegende gesunde Fichten. Dies setzt aber regelmässige Wald-Kontrollen voraus und man müsste noch Zeit haben die Arbeit dann sofort zu erledigen. Dies war beides bei mir nicht der Fall. So konnte sich der Käfer in drei Generationen während dem Sommer 2020 vermehren. Jedes Mal als ich meinen Wald begutachtete bemerkte ich weitere Fichten die abgestorben waren. Wenn man das Holz noch zum Sägen von Brettern, Balken und Latten nutzen möchte sollte es trotzdem möglichst zeitnah gefällt und verarbeitet werden. Ansonsten kommt es recht schnell zu Fäulnis und Sekundärbefall von Holzwürmern. Wenn man Spechtlöcher entdeckt ist es definitiv zu spät die Fichte für Nutzholz zu gebrauchen. Dann hat der Specht nämlich schon nach Holzwürmern gesucht.

Nun, inzwischen ist die Arbeit getan. Dank der tatkräftigen Unterstützung von Freunden (u. a. ein Förster) konnten wir die Fichten fällen, asten und abtransportieren. 45 Festmeter Rundholz liess ich zu Balken, Bretter und Latten sägen. Ich habe mehrere kleinere und Mittlere Bauideen die ich auf dem Hof verwirklichen möchte. Inzwischen habe ich ein Baugesuch eingereicht. Das Holz ist aber schon gesägt so hoffe ich sehr das meine Pläne so bewilligt werden. Die restlichen minderwertigen Stämme schichtete ich mit unserem neuen Kranwagen (den ich mit einem Berufskollegen zusammen angeschafft habe) zu einer grossen Holzbeige auf. Diese will ich nun noch mit Blachen zudecken und bei Bedarf zu Hackschnitzel verarbeiten. Der Holzmarkt in der Schweiz ist übersättigt. Insbesondere mit qualitativ schlechter Ware wie Käferholz. Für mein Holz hätte ich ca 35 Fr./fm erhalten bei einer Lieferung in die KronoSpan. Aber ich als kleiner Privatwaldbesitzer hätte das Holz wohl gar nicht liefern können. Falls ich den Holzschlag durch einen Unternehmer ausführen gelassen hätte, hätte das Aufrüsten des Holzes wohl etwa 40 Fr./fm gekostet. So hätte ich einen Verlust gemacht.

Aber die Arbeit ist noch nicht abgeschlossen. Die weiteren Schritte sehen so aus, dass am 1. Mai eine Gruppe Leute aus unserer Kirche mithelfen wird den Wald zu räumen und Asthaufen aufzuschichten. Dann werden wir den Herbst abwarten. Es ist möglich das die verbleibenden Fichten bis dann auch noch absterben, dann müssten wir diese auch noch fällen. Mein Vater wird unterdessen aufpassen das sich Brombeeren nicht ausbreiten und den Boden überwuchern. Sonst haben die jungen Bäumchen keine Chance gross zu werden. Bis im Herbst sehen wir dann auch wie es mit der Naturverjüngung (selber Wachsende Bäumchen) aussieht. Da wo nicht genügend Bäumchen wachsen werden wir dann eine Baumpflanzung durchführen.

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