Hof+ Modul: Mein Natur- und Paradiesgarten in der Winterruhe – oder doch nicht ?

Eigentlich könnte man meinen, dass gegen Ende November der Garten ruht, alles leise und still, nichts mehr zu hören und sehen ist, eben dass sich der Garten in der verdienten Winterruhe befindet. Aber wenn ich genau hinsehe und genau hinhöre, raschelt es noch immer da und dort. Sobald die Sonne scheint, fliegen noch immer einzelne Insekten herum und noch immer treffe ich wunderschöne Raupen an, die entweder auf der Suche nach Essbarem oder auf der Suche nach einem ruhigen und sicheren Ort zum Überwintern sind. Nebst unseren Standvögeln sind nun verschiedene weitere aus ihren Sommerquartieren zurückgekehrt um bei uns zu überwintern, dies zum Beispiel das Rotkelchen, der Zaunkönig oder die Blaumeise. Sie finden rund um unser Gehöft und auch vor allem im Kräutergarten ein gutes Futterangebot, denn ich lasse praktisch alles über den Winter bewusst stehen und schneide nichts zurück, denn nur so finden sie Samen und Insekten. Beliebt sind auch unsere Kletterpflanzen rund um das Gehöft, sei dies im Efeu, in den Hopfen, in den wilden Kletterreben, im Geissblatt oder im Winterjasmin. Zurückgezogen Richtung Süden in ihre angestammten Winterquartiere haben sich die Schwalben, schon länger und die Stare erst kürzlich. Unser Hofigel hat nun mit dem Durchlöchern des Halbrasens aufgehört und hat sich wohl genährt in der Scheune einen geschützten Platz für seine Winterpause gesucht. Im und um den Teich herum ist es sehr ruhig geworden, alle dort lebenden Tiere haben sich verkrochen. Keine Libellen sind mehr zu sehen, die Molche sind verschwunden und die Ringelnattern sind nicht mehr am Sonnentanken. Ja, würde ich all diesen Vögeln, Insekten, Kleintieren, Amphibien und Reptilien keine Lebensräume für ihr Winterquartier anbieten, wären diese im nächsten Frühjahr und Sommer wahrscheinlich nicht hier. Und genau darum gehört mein Garten nicht nur mir alleine, diesen teile ich bewusst mit allem was kreucht und fleucht, nur so ist es ein Natur- und Paradiesgarten.

Die verschiedenen Vogelbäder lasse ich daher auch über den Winter stehen, putze diese regelmässig und fülle sie mit frischen Wasser wieder auf. Eines davon steht gleich in der Nähe meines Küchenfensters und ich sage Ihnen, die Spatzen lieben es …..dort baden, trinken und streiten sie, putzen ihr Gefieder und spritzen herum, einfach herrlich. Die Rotschwänzchen sind eher zurückhaltend und etwas scheu und lassen sich erst blicken, wenn die Spatzen nicht mehr in ihrer Nähe sind.

Wenn ich nun durch meinen Kräutergarten streife und Ausschau nach eventuellen Entdeckungen halte, bin ich immer wieder aufs Neue fasziniert von den Kokons der Zebraspinnen, die bei mir zahlreich vorhanden sind. Die Zebraspinne oder auch Wespenspinne genannt, ist übrigens eine der attraktivsten einheimischen Spinnen. Sie gehört zu den wenigen, die überhaupt wahrgenommen wird. Spinnen übrigens haben eine grosse Bedeutung bei der Limitierung der Populationsdichte der Insekten. Diese Zebraspinnen legen ihre Eier im Sommer in sogenannte Kokons ab. Dann wird weiche Spinnseide um die Eier gesponnen. Sie hängt diese nun rund um das Netz auf und beschützt diese noch einige Zeit. Später wird der getarnte Kokon sich selbst überlassen. Die Jungspinnen schlüpfen erst im nächsten Frühjahr aus, wenn das Muttertier längstens gestorben ist. Und diese getarnten Kokons sind nun überall in meinem strukturreichen Kräutergarten zu finden.

Aber Achtung: Diese Kokons sind nicht zu verwechseln mit den getrockneten Samenhülsen der Jungfer im Grünen. Diese beiden sehen sich sehr ähnlich. Die Jungfer im Grünen ist ja eine wunderschöne blau blühende Pflanze, und wissen Sie, was diese in der Sprache der Blumen bedeutet ? Ich arbeite ja auch mit den verschiedenen Symbolen der Pflanzen und rund um das Gehöft habe ich über 100 solcher Etiketten angebracht, aber auch diese sind nun im Winterschlaf. Zurück zur Jungfer im Grünen: Kennen Sie die Redewendung „einen Korb erhalten“ ? Die Jungfer im Grünen bedeutet in der Blumensprache „Ablehnung einer Liebeswerbung, verschmähte Liebe“. Diese Blumen gab man zugedeckt in einem Korb einem Liebeswerber. Man resp. Frau gab ihm sozusagen einen Korb. Und die Sprache der Blumen geht gleich weiter mit der Schwertlilie: Diese ist das „Sinnbild für verschmähte Liebe, die Schmerzen, die wie ein Schwert durch die Seele dringen“. Nun ich hoffe schwer, dass Sie nicht allzu viele solcher Körbe erhalten oder erhielten und entsprechend Ihr Garten nicht voller Schwertlilien bepflanzt ist …….

Ich werde mich nicht in den Winterschlaf zurückziehen und darum, bis bald.

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