Feldwespen

Während meinen Führungen stelle ich immer wieder fest, wie ängstlich und abweisend BesucherInnen auf Wespen und Bienen reagieren. Bei mir sind sie zahlreich vorhanden, diese Feldwespen. Überall haben sie ihre Nester angefertigt, in umgekippten Blumentöpfen, in alten Giesskannen, im Treibhaus, inmitten von strukturreichen Kräuterbeeten. Das Bohnenkraut scheinen sie besonders zu lieben, es muss wohl das Aphrodisierende daran sein …… Und immer wieder kläre ich die BesucherInnen auf, dass diese Feldwespen erstens nützlich sind, denn sie vertilgen Schadinsekten in meinem Natur- und Paradiesgarten, und zweitens ziemlich harmlos.

Die Feldwespen sind eine Unterfamilie der Faltenwespen. Weltweit sind etwa 630 Arten bekannt. Die meisten davon leben in den Tropen und Subtropen, nur sechs Arten sind in Mitteleuropa zu finden (Wikipedia).

Ihre kleinen Waben oder Nester heften die Feldwespen mit einem zentralen Stiel an Pflanzen und andere geeignete Standorte wie bei mir oben beschrieben. Dieser zentrale Stiel dient dazu, um sich gegen z.B. Ameisen zu verteidigen. Meist werden die Nester an wärmebegünstigten, südexponierten Stellen, auch gerne im Siedlungsgebiet, gebaut. Bei zu hohem Temperaturanstieg im Nest setzen sich die Wespen an den Oberrand der Wabe, um durch Flügelfächeln die überschüssige Wärme weg zu transportieren, denn für das Brutgeschäft braucht es eine Nesttemperatur von tagsüber 30/35 Grad. Dies habe ich schon vielfach beobachten können und nun, beim Verfassen dieses Blogs, weiss ich auch warum.

Ab Ende März/Anfang April sind die nestsuchenden Königinnen unterwegs. Die ersten Arbeiterinnen sind Anfang Juni zu sehen und ihr Lebenszyklus endet im Herbst. Anfang September ist Hochzeitsflug. Die Männchen warten auf vorbeifliegende Jungköniginnen. Begattet suchen sich diese einen Platz, manchmal das alte Nest, um eng aneinander geschmiegt den Winter zu überstehen. Lediglich die befruchteten Königinnen überwintern um im nächsten Jahr ein neues Feldwespennest zu gründen.

Gemeinsam bauen die Jungköniginnen ein neues Nest. Erst später setzt sich eine von ihnen durch und wird zur Königin. Das Nest wird aus verwittertem Holz und Pflanzenfasern gebaut, vermischt mit Speichel. Es besteht aus pergamentartigen Waben, die an einer Seite offen bleiben. Man nennt sie daher auch «Papierwespen». Ein Nest kann bis zu 50 Waben oder mehr haben. Daher ist es äusserst wichtig, Totholz und geeignete Pflanzen im Garten anzubieten. Oftmals kann ich das Abschaben oder Abkratzen am Holz oder eben an Pflanzen hören und mit etwas Glück kann ich die Feldwespe verfolgen und diese beim Nestbau beobachten.

Die Feldwespen ernähren sich hauptsächlich vom Pflanzennektar der Doldenblütler, bei mir sind sie zahlreich auf dem blühenden Fenchel und Gewürzfenchel anzutreffen. Sie sind gute Insektenjäger, die für ihre Brut große Mengen an Fliegen und Raupen fangen. Manchmal ernähren sie sich auch von kleinen Spinnen.

Aber Achtung, umgekehrt können sie Gartenspinnen ins Netz fliegen, was ich immer wieder in meinem Hof+ Garten entdecken kann. Hornissen und Libellen sind ebenfalls natürliche Feinde, dann insektenfressende Vogelarten wie etwa der Neuntöter, allerdings habe ich diesen noch nie entdeckt bei uns auf dem Hof, er ist in unseren Buntbrachen anzutreffen. Auch die Schlupfwespen, welche ihre Eier in die Larvenkammern der Feldwespen ablegen und deren Larven dann als Parasiten die Wespenlarve töten, gehören zu den Feinden. Aber im Siedlungsbereich ist der grösste Feind der Mensch, obwohl die Feldwespen an und für sich harmlos und scheu sind. Sie fliegen niemals die Speisen und Getränke von uns Menschen an. Sie verteidigen ihr Nest nur bei extremen Störungen im unmittelbaren Nestbereich und können dann natürlich agressiv werden und zustechen, was ich, obwohl ich unzählige solcher Nester habe, noch nie erlebte.

Ich verstehe natürlich sehr gut, dass sich viele Leute vor Wespen in Acht nehmen, auch mein kleiner Freund Vito (ein 3 ½ jähriger aufgeweckter Junge, den ich wöchentlich hüten darf) hatte anfänglich immer Angst vor diesen Viechern. Seit wir zusammen diese Feldwespen beobachten, ich ihm alles genau erklären kann, tote Wespen mit dem Vergrösserungsglas genau unter die Lupe nehmen, fuchtelt er längstens nicht mehr herum und rennt weg. Nein, er bleibt in deren Nähe ruhig und gemeinsam entdecken wir Erstaunliches, zum Beispiel wie eine Zebraspinne ihre Beute, eine Feldwespe, am Umwickeln ist ….. Aber nun, im späten Herbst, sind sie kaum mehr anzutreffen und es wird auch in meinem Hof+ Garten langsam aber sicher ruhiger.

Wie sieht Ihre Nachbarschaft mit den Feldwespen aus ? Wie ist das Zusammenleben ? Also ich kann es nur empfehlen.

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