Herbstweiden – So langsam rückt die Winterzeit näher

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken, am Morgen liegt Tau auf den Wiesen – Der Herbst ist da.

Unsere Kühe lieben es bei diesen Temperaturen, das saftig frische Gras draussen auf der Weide zu fressen. Im Herbst bedeutet dies für uns ein Balanceakt, zwischen Kühe weiden lassen und Schaden am Boden zu vermeiden. Warum dies so ist und auf was wir im Herbst alles achten erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Unser Hof liegt in den Hügeln des Napfgebiets auf 884müM. Wir bewirtschaften Land in den Bergzonen 1 + 2. Genau diese Topographie in Kombination von steinigen und schweren Böden macht das Weiden im Herbst zu einer Herausforderung. Nach einem sehr niederschlagsreichen Frühling und Sommer. Haben wir nun, dank dem warmen September ideales Weidewetter. Alle Weideflächen werden in einem Turnus abgeweidet. Dazu kommen im Herbst jene Flächen welche zuletzt noch abgemäht wurden.

Besonders jene Flächen die auch befahrbar sind und als Naturwiese bewirtschaftet werden, sind sehr anfällig auf Trittschäden. Eine Massnahme um diese möglichst gering zu halten ist, dass wir diese Flächen im Herbst nur bei trockenem Boden beweiden lassen. Abfallendes Gelände innerhalb einer beweideten Fläche wird als Vorsichtsmassnahme ausgezäunt. Jede Weidefläche wir Parzellenweise zum Verzehr vorbereitet und dies jeweils am Vorabend vor dem Weidegang. Erst in einem zweiten kürzeren Umgang wird die ganze Weidefläche bei trockenem Wetter überweidet, das heisst die Kühe fressen die ganze Parzelle in 2-3 Tagen ab.

Regnet es im Herbst mehrere Tage aneinander, so füttern wir die Tiere im Stall und sie verbringen den Tag im Laufstall. Denn würden wir die Tiere bei aufgeweichtem Boden auf die Weiden lassen, so entstehen Trittschäden. Diese Stellen bleiben dann bis im Frühling kahl. An diesen Stellen wächst kein Gras oder es bietet Platz für unerwünschte Vegetation wie Wiesenschaumkraut, Löwenzahn oder Blacken.

Das Weiden im Herbst ist im Vergleich, zum Weiden im Sommer als eher arbeitsintensiv zu bezeichnen. Jeden Abend für eine Mutterkuherde und drei Gruppen Aufzuchtrinder einen neuen Weideabschnitt zäunen. Bei einsetzendem Regen, ungeplant die Tiere von der Weide holen. Im Herbst werden wie erwähnt, auch die sonst zur Futterproduktion benutzten Naturwiesen beweidet. Dies befinden sich bei uns an Stellen, wo die Tiere nicht direkten Zugang vom Stall haben. Die Tiere müssen die Strasse entlanglaufen oder diese überqueren und verlieren auf Grund des feuchten Bodens viel Schmutz auf der Strasse und die obligaten Kuhfladen dürfen jeweils auch nie fehlen. Wir legen sehr viel Wert darauf, dass die Strassen jeweils sofort wieder vom Dreck befreit werden. Nicht nur wegen dem optischen Bild, nein auch weil eine verschmutzte Strasse gerade für Zweiradfahrer eine grosse Sturzgefahr sein kann.

Je länger die Weidezeit dauert, desto mehr richtet sich unsere Arbeit nach der Tageslänge und dem Wetter. Morgens bleibt es länger dunkel. Oftmals liegt lange Nebel oder es hat sich Raureif gebildet. All dies verlängert die morgendliche Zeit im Stall. Bevor wir die Kühe in eine zuvor gemähte Naturwiese lassen, verfüttern wir ihnen auf Grund des höheren Weisskleebestands noch eine kleine Ration Heu. Dies um ein Blähen der Tiere zu verhindern. Abends wird es früher dunkel, die Strassen immer verschmutzter, beim Eintreiben des Viehs. Fast so als würden uns die Gegebenheiten auf den Winter vorbereiten. Haben wir uns doch im Frühling mit den Tieren gefreut, als wir sie das erste Mal im Jahr wieder weiden lassen konnten. Nun mit den erschwerten Bedingungen sind wir dann froh, wenn die Flächen bei möglichst guten Bedingungen abgeweidet sind und wir die Winterfütterung im Stall beginnen können

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