Vorbereitungen auf das Weiden

In diesem Beitrag erfahrt ihr welche arbeiten alle erledigt werden müssen, bis die Kuhherden wieder friedlich auf den Weiden fressen können. Zu dem möchten wir auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen – wenn alle richtig handeln kann den Landwirten viel Leid erspart werden.

Die Kühe wollen raus auf die Weide

Es ist anfangs Februar, die Sonne wärmt mit ihren Sonnenstrahlen und das Thermometer zeigt beachtliche 16 Grad. Das weckt nicht nur bei uns Frühlingsgefühle, nein auch unsere Kühe samt Kälbern stehen im Laufhof und sonnen sich. Jedes Mal, wenn sich jemand dem Laufhof nähert, muhen die Kühe und Kälber lauthals. Nun gut liebe Kühe, es ist anfangs Februar, der Boden noch nass vom Schnee und ja, das grösste Argument welches gegen das Öffnen des Gatters spricht ist: Wir wollen euch nicht unten im Dorf suchen kommen. Der Zaun um die Mähweide (wird von Kühen beweidet aber auch für Silage/ Heu und Emd mit Traktor und Mähwerk gemäht) ist noch nicht errichtet.

Der Winter meldet sich zurück

 

Mitte März hat uns der Winter nochmals im Griff. Minustemperaturen herrschen und eine dicke Schneeschicht liegt auf dem Gras. Nun sind es für einmal nicht die Kühe, welche auf wärmeres Weidewetter hoffen, sondern wir als Bauernfamilie. Denn dank den milden Temperaturen anfangs Februar hat das Gras, in der Mäh- und Dauerweide sonnseitig unseres Betriebes, einen regelrechten Wachstumsschub erhalten. Und nun liegt er da, der schwerer Frühlingsschnee, seit mehr als einer Woche. Neben dem Warten auf warme Temperaturen hat dies auch Vorteile. Der schwere Schnee wirkt sich in zweierlei Hinsicht positiv aus. Das Gewicht des Schnees verletzt die Grashalme und regt so die Bestockung an. Zu dem liefert die Schneeschmelze wertvolles Wasser für den Boden.

Ist der Schnee dann weg, so muss der Boden erst einmal etwas abtrocken, bevor wir das Vieh das erste Mal auf die Weide lassen. Erfahrungsgemäss gibt es beim ersten Weidegang kein Halten mehr vor Freude und die Tiere rennen mehrmals durch die ganze Weide. Ist der Boden etwas abgetrocknet, minimieren sich die Schäden an der Grasnarbe und am Boden.

Muskelkraft und Fussmärsche

 

Bevor die Weidesaison richtig beginnen kann, ist mehrere Tage lang das Erstellen der temporären Zäune und das kontrollieren der Pfähle in den Dauerweiden angesagt.

Die bestehenden Pfähle der Dauerweiden werden abgelaufen. Immer in der Nähe Ersatzpfähle und Isolatoren. Der Draht für den Elektrozaun wird fortlaufend in die Isolatoren eingespannt. Wackeln Pfähle, so werden diese neu eingeschlagen oder wenn sie morsch sind ersetzt. Es wird kontrolliert, ob entlang von Hecken oder Waldrändern, Dornen oder Äste an den Zaun kommen, wenn ja werden diese mit Baumschere oder Handsäge entfernt.

Ist diese Arbeit getan, geht es daran die Mähweide welche als erstes im Frühjahr beweidet wird einzuzäunen. In den Ecken werden Holzpfähle eingeschlagen dazwischen nutzen wir Eisenpfähle. Nur ab und zu wird noch eine Holzpfahl geschlagen um den Draht spannen zu können. Diese Arbeit ist Familienangelegenheit. Jeder hat eine Aufgabe. Sei es das Material mit unserm Carraro zu transportieren, die Pfähle schlagen oder zu stecken, den Draht einzuspannen. Im Frühling geben wir den Tieren die ganze Weidefläche auf einmal zu beweiden um die Bestockung der Gräser zusätzlich anzuregen.

Das Schreckensszenario während der Weidesaison

 

In den letzten Jahren wurde die Gegend um unseren Hof herum von vielen Wandern und Spaziergängern entdeckt, um das wunderbare Panorama zu geniessen. Mit dabei oft etwas zum Picknicken. Oft finden wir schon beim Zäunen viel Abfall in unserem Land. Eine Sorge von uns ist, dass eine Kuh oder ein Kalb einmal während dem Weidegang Teile von sorglos weggeworfenem Müll frisst und der Darm des Tieres so verletzt wird, dass es qualvoll verenden muss. Viele Ausflügler haben einen Hund dabei. Leider beobachten wir immer wieder, dass die Hundehalter die Exkremente ihrer Tiere einfach am Wegrand liegen lassen. Dabei wäre der Robidog gleich an der Strecke zu finden. Ob ihnen wohl bewusst ist, dass sie dadurch unseren Kühen und Kälbern grossen Schaden zufügen könnten? Hundekot kann einen Parasiten enthalten, welcher zu Totgeburten, Missbildungen an den Kälbern oder zu Geburten von lebensschwachen Kälbern führen kann. Ist eine Kuh einmal von diesem Parasiten befallen, kann sie nicht mehr davon befreit werden und die Schlachtung ist unausweichlich. Wir hoffen sehr, dass sich kein Zwischenfall dieser Art ereignen wird und appellieren an die Eigenverantwortungen unserer Mitmenschen.

Endlich der ersehnte Tag ist da

 

Am Tag des 29. März ist unsere Vorfreude gross. Wir können unsere Mutterkuhherde heute das erste Mal auf die Weide lassen. Zwar nur kurz und in die kleinste aller festen Weiden, aber mehr braucht es fürs Erste auch nicht. Die meisten Kälber der Herde weiden das erste Mal. Sie müssen das Gras zum fressen entdecken und Bekanntschaft mit dem Elektrozaun machen. Die Freude ist auch bei den Tieren spürbar. Sie rennen und hüpfen über die Weide. Alles läuft glatt. Keine Ausreisser dabei. Tiere und Bauernfamilie sind am Ende des Tages glücklich und zufrieden.

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